Schlafstörungen

In den westlichen Industrieländern leidet etwa jeder Vierte unter Problemen beim Ein- oder Durchschlafen. Die Ursachen sind vielfältig. Leichte Schlafstörungen können oft schon durch eine Änderung der Lebensgewohnheiten und eine bessere „Schlafhygiene“ behoben werden.
Das individuelle Schlafbedürfnis ist sehr unterschiedlich. Nicht wenige Menschen kommen mit einer geringen Schlafdauer von 4 bis 5 Stunden pro Nacht aus, andere benötigen mindestens 8 bis 9 Stunden, um sich am darauffolgenden Tag ausgeruht und leistungsfähig zu fühlen.
Allgemein gilt, dass das Schlafbedürfnis mit zunehmendem Alter abnimmt. Als Richtwerte für Erwachsene werden folgende Zeiträume angegeben:

  • Alter 18 bis 30 Jahre: ca. 8 Stunden

  • Alter 30 bis 45 Jahre: ca. 7 Stunden

  • Alter über 45 Jahre: ca. 6 Stunden



Will man herausfinden, ob eine Schlafstörung vorliegt, müssen in die Berechnung der täglichen Schlafenszeit alle Schlaf-Zeiträume eingehen, also auch:

  • der Mittagsschlaf

  • das abendliche „Einnicken“ vor dem Fernseher



Schlafstörungen (Insomnien) werden meist in Einschlafstörungen und Durchschlafstörungen unterteilt.
In den westlichen Industrieländern leidet etwa jeder Vierte unter Schlafstörungen; betroffen sind vor allem Frauen und ältere Menschen.

Beschwerden

Schlafstörungen lassen sich in Einschlaf- und Durchschlafstörungen einteilen.

  • Bei Einschlafstörungen beträgt die Einschlafzeit mehr als eine halbe Stunde. In dieser Zeit versuchen die Betroffenen vergeblich, Schlaf zu finden. Sie wälzen sich hin und her, grübeln dabei über die Ereignisse des vergangenen Tages oder andere Dinge, die sie momentan beschäftigen, nach. Oft versuchen sie dabei bestimmte Maßnahmen anzuwenden, die das Einschlafen fördern sollen (z.B. „Schäfchen zählen“).

  • Von Durchschlafstörungen spricht man, wenn Betroffene mehr als 3-mal pro Woche nach einer Schlafzeit von weniger als 6 Stunden vorzeitig erwachen und anschließend, obwohl sie noch müde sind, nicht wieder einschlafen können.




Als Folge von Einschlaf- oder Durchschlafstörungen kann es tagsüber zu folgenden Beschwerden kommen:

  • Müdigkeit und Schläfrigkeit

  • Konzentrationsstörungen

  • Gefühl der Erschöpfung

  • Unruhe

  • Reizbarkeit

  • Angst

  • Kopfschmerzen

  • Frösteln

Behandlung von Schlafstörungen

Schlafstörungen, die nur in ein oder zwei Nächten auftreten, bedürfen keiner besonderen Behandlung, wenn das Schlafdefizit in den darauf folgenden Nächten wieder ausgeglichen werden kann. Gelingt dies nicht und dauern die Schlafprobleme über mehrere Tage an so führt das meist dazu, dass die Betroffenen ihren beruflichen und sozialen Anforderungen nicht mehr gerecht werden können.

In diesem Fall können folgende Maßnahmen helfen:

  • nichtmedikamentöse Maßnahmen wie Verbesserung der Schlafhygiene, Entspannungstechniken (siehe Hausmittel & Selbsthilfe)

  • vorübergehende Einnahme von rezeptfreien Beruhigungs- und Schlafmitteln in Form von Tabletten, Kapseln oder Tropfen (siehe Rezeptfreie Medikamente)

  • alternative Heilmethoden (z.B Trinken von „Schlaftees“, Anwendung von Homöopathika)



Halten Schlafstörungen länger als 4 Wochen an, sollte ein Arzt konsultiert werden. Er kann verschiedene diagnostische Maßnahmen ergreifen, um die Ursache der Schlafstörung herauszufinden und gegebenenfalls ein stärker wirksames rezeptpflichtiges Medikament (Schlafmittel) verordnen.

Ursachen von Schlafstörungen

Schlafstörungen können viele verschiedene innere und äußere Ursachen haben.

ungünstige äußere Bedingungen:

  • Geräusche

  • ungenügend abgedunkelter Schlafraum

  • zu hohe oder zu niedrige Raumtemperatur (Optimum 16-18 °C)

  • unbequemes Bett

  • unpassende Bettdecke

  • Schnarchen des Partners (oder evtl. auch eigenes, sehr lautes Schnarchgeräusch)

  • Schichtarbeit

  • häufige Reisen mit Zeitzonenwechsel (Jetlag)



Verhaltensweisen mit negativem Einfluss auf den Schlaf:

  • Coffein-haltige Getränke nach 16 Uhr

  • größere Mahlzeiten nach 18 Uhr

  • übermäßiger Alkoholkonsum vor dem Schlafengehen (ein „Schlummertrunk“ kann zwar das Einschlafen fördern, wenn die Alkoholwirkung nachlässt, kommt es trotzdem zum Erwachen)

  • Fernsehen oder andere geistig anregende Beschäftigungen vor dem Schlafengehen



vorübergehende psychosoziale Überlastungssituationen:

  • Beziehungsprobleme

  • Stress

  • Prüfungsangst



psychiatrische Erkrankungen:

  • Depression (typisch: Erwachen gegen 4 Uhr morgens)

  • Sucht oder Entzug von Drogen

  • Demenz

  • Angsterkrankung

  • Schizophrenie



organische Erkrankungen:

  • chronische Schmerzen

  • Schilddrüsen-Überfunktion

  • Herzerkrankungen (z.B. Herzrhythmusstörungen, Herzinsuffizienz)

  • Lungenerkrankungen (z.B. chronisch-obstruktive Atemwegserkrankung)

  • Atemaussetzer im Schlaf (Schlafapnoe)

  • Restless-Legs-Syndrom

  • Durchblutungsstörungen im Gehirn



verändertes Schlafmuster im Alter:

  • verkürzter Rhythmus

  • verkürzte Schlafzeiten

  • Schlaf wird oberflächlicher



Nebenwirkung von Medikamenten

  • Mittel gegen Depressionen

  • Schmerzmittel mit Coffein

  • harntreibende Mittel

  • Medikamente gegen ADHS

Linktipps:
LIFELINE: Weitere Informationen zu Schlafstörungen


Anzeige

-ANZEIGE-
banner_shop_apotheke_200110
Ärzte Zeitung - DIE Tageszeitung für die Praxis

Täglich Neue Forschungsergebnisse zu medizinischen Themen: Vorbeugen, Erkennen, Behandeln.
www.aerztezeitung.de

Vernetzte Themen

Themen, die für Sie als Leser ebenfalls interessant sein könnten

- Durchfall - Blähungen - Rückenschmerz
Apotheker fragen - kostenlos Apotheker fragen

Das Expertenteam der Apotheke Vital beantwortet Ihre Fragen zu rezeptfreien Medikamenten bei Schlafstörungen.

Nutzer geben Tipps
Beiträge insgesamt
354
Beiträge der letzten 7 Tage
0
Meist empfohlender Autor
simon-peters  Ratingbild



© 2009 Springer Business Media

Die Inhalte auf Lifeline Hausapotheke (yavivo.de) dienen rein informativen Zwecken und können die persönliche Beratung, Diagnostik und Betreuung durch einen approbierten Arzt in keinem Fall ersetzen. Sie beinhalten keinerlei Empfehlungen bezüglich bestimmter Diagnose- oder Therapieverfahren, spezieller Medikamente oder anderer Produkte. Sie können und dürfen in keinem Fall die Grundlage für Selbstdiagnosen und -medikation bilden. Bitte beachten Sie auch die ausführlichen Nutzungsbedingungen mit Haftungsausschluss.